Fotografiefrustration - ein Versuch

Der Chris Marquardt hat da was losgetreten – seither bin ich am Hirnen ...

Um eine Diskussionbasis zu schaffen, vorab ein paar Infos:

Irgendwann hat mir mein Vater seine Edixa-Kamera in die Hand gedrückt. Dann habe ich mir eine Minolta XD7 zugelegt. Meine Ausrüstung bestand aus der Kamera und zwei Objektiven: 135 und 35 mm. Überwiegend habe ich  Dias geschossen, von denen ich in letzter Zeit einige digitalisiert und ins Netz gestellt habe. Mein "Gesellenstück" entstand wohl 1980 in Ägypten und ist hier zu sehen.

Das Digitalzeitalter begann für mich 2005, von der Nikon D70 habe ich mich schrittweise bis zur aktuellen D850 hochgearbeitet. Ein umfangreicher Objektivpark ist über die Jahre entstanden, wobei ich am liebsten mit dem Zeiss Distagon 2/25 und dem Zeiss Apo Sonnar 2/135 fotografiere, allerdings ist das mit dem manuellen Fokussieren ohne Schnittbildindikator so eine Sache. Die nachfolgenden Bilder entstanden im Botanischen Garten Karlsruhe mit dem 135er:

Fotos entstehen vorwiegend zu dokumentarischen Zwecken im Urlaub oder auf Streifzügen durch die Stadt/Gegend.

Lange habe ich sehr gerne Konzerte fotografiert (eine Auswahl der Bilder gibt es hier), bis ich feststellen musste, dass ich vom Konzert nicht besonders viel habe, wenn ich fotografiere. Dann höre ich doch lieber zu ...


Der schwere Foto-Rucksack ging mir immer mehr auf den Geist, und ich betrat den Olympus-Kosmos. Einige Zeit war eine OM-D EM1 mein ständiger Begleiter, und eine Reihe mehr oder weniger dokumentarischer Aufnahmen entstand, beispielsweise die Bilder anlässlich einer Reise nach Budapest.

Dann entdeckte ich bei meinem Fotodealer eine Fuji X100S und alles änderte sich: die Kamera (bzw. ihre aktuelle Nachfolgerin X100F) ist ständig im Rucksack dabei.

Die Fuji hat ein fest eingebautes 35mm-Objektiv, und anfangs war das schwierig. Inzwischen "denke" ich in 35mm, umfangreichere Panoramen werden gestitcht, und das Bild vom kreisenden Rotmilan über'm Tal ist nur in meinem Kopf und nicht auf dem Chip.


Eins nervt, ich sehe aber keinen gangbaren Weg, das "Problem" abzustellen:

Der Autofokus der Fuji ist nicht besonders schnell oder zuverlässig, weswegen ich mir angewöhnt habe, Mini-Serien zu schießen ("irgendein Bild wird schon scharf sein"). Und dann hocke ich zuhause und sortiere aus.

Über die Jahre wurde ich sicherer in der Bildbearbeitung – inzwischen kann ich mit Lightroom und (notfalls) Photoshop meistens das umsetzen, was ich mir vorstelle. Wobei: ich gebe zerknirscht zu, dass der erste Klick in Lightroom meist auf "automatisch" geht, was häufig schon sehr akzeptable Ergebnisse zeitigt. Aber die Möglichkeiten der Veränderung sind gefühlt unendlich.

Und damit komme und zu meiner größten Frustrationsquelle:

Das Bild unten entstand beim diesjährigen Urlaub in Norwegen. Die Kamera warf das erste Ergebnis heraus, die zweite Entwicklung bringt meiner Ansicht nach die Stimmung besser rüber, an die Wand würde ich mir wahrscheinlich die schwarz-weiß-Entwicklung hängen. Was aber ist "richtig"?

Zuguterletzt noch so eine Frustrationsquelle:

Ich miste ab und an meinen Lightroom-Katalog aus, wobei ich zwangsläufig auf Bilder aus vergangenen Zeiten stoße. Ich sehe sie dann und denke mir, dass die Bearbeitung Pfusch ist. Soll ich sie jetzt nochmal neu bearbeiten???
Es ist nicht mehr weit bis zur Rente, und dann habe ich ja vielleicht Zeit, die alten Bestände neu zu sichten und zu bearbeiten. Nur habe ich Bedenken, dass ich dann noch so lange schmerzfrei sitzen kann ;-)